{"id":7568,"date":"2022-06-09T18:10:37","date_gmt":"2022-06-09T16:10:37","guid":{"rendered":"https:\/\/pcde.io\/?p=7568\/"},"modified":"2022-06-09T18:35:44","modified_gmt":"2022-06-09T16:35:44","slug":"sequoia-report-auf-startups-kommen-schwere-zeiten-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pcde.io\/en\/blog\/2022\/06\/09\/sequoia-report-auf-startups-kommen-schwere-zeiten-zu\/","title":{"rendered":"Sequoia Report &#8211; Auf Startups kommen schwere Zeiten zu"},"content":{"rendered":"<p>Nach Jahren der g\u00fcnstigen Kapitalbeschaffung mit horrenden Unternehmensbewertungen stehen Unternehmen und insbesondere Startups \u201cMomente der Ungewissheit\u201d bevor. So oder so \u00e4hnlich lauten zumindest die Urteile, die verschiedene Venture Capital Unternehmen und renommierte Inkubatoren \u00fcber die aktuelle Marktlage getroffen haben. Die Formulierung \u201cMomente der Ungewissheit\u201d stammt aus der Feder der kalifornischen Beteiligungsgesellschaft Sequoia Capital und fiel w\u00e4hrend eines Zoom-Meetings Mitte Mai, mit den Entscheidern von knapp 250 Startups aus dem Portfolio des Unternehmens. Ein <a title=\"Adapting to endure - Die Slides der Sequoia Pr\u00e4sentation\" href=\"https:\/\/content.fortune.com\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Adapting_to_Endure_May_2022.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manuskript der Pr\u00e4sentation<\/a> ist \u00f6ffentlich einsehbar, dieses m\u00f6chten wir in diesem Blog etwas genauer unter die Lupe nehmen.<\/p>\n<p>Das Unternehmen Sequoia Capital wurde 1972 gegr\u00fcndet und sitzt seitdem in Menlo Park, hier haben neben dem Facebook-Mutterkonzern Meta auch Firmen wie der Google-Mutterkonzern Alphabet ihre Hauptquartiere aufgeschlagen. Sequoia Capital tritt haupts\u00e4chlich als Kapitalgeber f\u00fcr Startups im Techbereich auf. Neben den oben genannten Unternehmen war Sequoia unter anderem fr\u00fch an YouTube, Apple, WhatsApp, PayPal, Instagram, LinkedIn, Oracle und Zoom beteiligt.<\/p>\n<h2>Sequoia Report: In der Krise lieber vorsichtig als nachsichtig<\/h2>\n<p><span><br \/>\nMeetings zwischen Sequoia und all ihren Portfoliounternehmen, wie Mitte Mai, finden j\u00e4hrlich statt. Dabei ist Sequoia bekannt daf\u00fcr, in ihren Prognosen nicht mit Worst Case Szenarien zu geizen. 2020 sch\u00e4tzten die Experten die Regression an den Finanzm\u00e4rkten, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie entstand, als deutlich langwieriger ein. 2008 h\u00e4tte der Titel des Meetings im Angesicht der Finanzkrise mit \u201cR.I.P. Good Times\u201d wohl kaum dramatischer gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Res\u00fcmee des diesj\u00e4hrigen Treffens steht vor allem die aktuell kostspielige Beschaffung von frischem Kapital. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen laut dem Report vor allem an der angespannten geopolitische Lage, der weltweit ausufernden Inflation und die dadurch hervorgerufenen fiskalpolitischen Reaktionen der Zentralbanken. Auch die Lage an den Finanzm\u00e4rkten leistet seinen Beitrag. Seit November 2021 liegt der Nasdaq mit knapp 30 % im Minus, was den drittgr\u00f6\u00dfte Abfall der Geschichte markiert. Von einer V-f\u00f6rmigen Erholung, wie es sie nach der Corona-Pandemie gab, ist daher nicht auszugehen.<\/p>\n<p>Sequoia r\u00e4t, aufgrund der unvorhersehbaren Zukunft seinen Startups \u201cmit dem Schlimmsten zu rechnen\u201d. Somit sei man am besten aufgestellt, um jegliche Herausforderung erfolgreich meistern zu k\u00f6nnen. \u00c4hnliche Bef\u00fcrchtungen \u00e4u\u00dferten in den letzten Wochen neben dem weltbekannten Accelerator <a title=\"Y Combinator gibt 9 Tipps zur Krisenbew\u00e4ltigung\" href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2022\/05\/19\/yc-advises-founders-to-plan-for-the-worst\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Y Combinator<\/a> auch Investmentunternehmen wie Tiger Global und D1 Capital.<\/p>\n<h2>Unternehmensreaktionen auf die aktuelle Krise<\/h2>\n<p><span><br \/>\nSequoia selbst stellt seine Investmentstrategie derweil um. Wo bisher das Wachstum des Portfolios an oberster Stelle stand, ist nun Profitabilit\u00e4t das A und O. Auch bei den f\u00fchrenden Tech-Startups h\u00e4lt langsam die Pr\u00e4misse \u201cProfit first\u201d Einzug. Das indische Unicorn \u201cOla\u201d gab bereits die Streichung von knapp 2.100 Stellen bekannt. Auch bei europ\u00e4ischen Scaleups, wie Klarna, Gorillas oder dem t\u00fcrkischen Lieferdienst Getir, sind bereits Entlassungswellen gestartet.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite haben die deutschen Unicorns Personio und auch Trade Republic in Q2 2022 noch frisches Kapital auf einer h\u00f6heren Bewertung im Vergleich zur vorangegangenen Finanzierungsrunde eingesammelt. Die genauen Konditionen der neuen Runde sind allerdings nicht bekannt. Durch eine erh\u00f6hte Liquidationspr\u00e4ferenz oder Mindestverzinsung k\u00f6nnen Down Rounds oftmals vermieden werden.<\/p>\n<h2>Kapitalbeschaffung wird nicht einfacher<\/h2>\n<p><span><br \/>\nOb die Worst Case Szenarien sich nun bewahrheiten oder nicht, das Klima der Kapitalbeschaffung f\u00fcr Tech-Firmen im Growth-Bereich wird definitiv rauer und auch das B\u00f6rsenfenster f\u00fcr Exits wird sich wahrscheinlich nicht allzu schnell wieder \u00f6ffnen. Eine ausreichende Kapitalausstattung mit langer Runway oder sogar Profitabilit\u00e4t wird aktuell nicht nur an den Kapitalm\u00e4rkten, sondern auch an den Private Markets, klar pr\u00e4feriert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Jahren der g\u00fcnstigen Kapitalbeschaffung mit horrenden Unternehmensbewertungen stehen Unternehmen und insbesondere Startups \u201cMomente der Ungewissheit\u201d bevor. So oder so \u00e4hnlich lauten zumindest die Urteile, die verschiedene Venture Capital Unternehmen und renommierte Inkubatoren \u00fcber die aktuelle Marktlage getroffen haben. 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